Der Wald als Holzlieferant …

Im Wald werden Bäume gefällt und neue Bäume gepflanzt, das nennt man Waldwirtschaft. Was im Wald passiert bestimmen die Waldbesitzer in Zusammenarbeit mit den Förstern. Sie dürfen aber im Wald nicht machen was sie wollen, sondern müssen sich an Regeln halten. Wichtigste Regel ist, dass Waldwirtschaft nachhaltig sein muss. Nachhaltig bedeutet, dass für jeden gefällten Baum ein neuer Baum gepflanzt wird. Außerdem haben Waldbesitzer ihren Wald nicht für sich alleine sondern müssen allen Menschen erlauben, die Waldwege zu betreten und sich im Wald aufzuhalten.

Am besten für die Artenvielfalt im Wald und für die Natur ist eine naturnahe Waldwirtschaft. Naturnah bedeutet, dass der bewirtschaftete Wald so ähnlich aussieht, als wäre er natürlich gewachsen. Einen naturnahen Wald erkennt man zum Beispiel daran, dass sich dort viele verschiedene Baumarten auf einer großen Fläche befinden. Das nennt man Mischwald. In einem naturnahen Mischwald stehen alte und junge Bäume durcheinander und hier und dort liegt auch ein toter Baumstamm dazwischen.
Doch gibt es auch Waldflächen auf denen nur Bäume einer einzigen Sorte stehen. Das nennt man Monokultur.

Ein Baum braucht sehr lange, bis man ihn ernten kann. So benötigt eine Fichte achtzig Jahre, bis der Baum so groß ist, dass er gefällt werden kann. Eine Buche braucht sogar einhundertfünfzig Jahre und eine Eiche benötigt mehr als 200 Jahre bis zur Erntereife.
Doch heftige Stürme und Schädlinge sorgen immer wieder dafür, dass viele Bäume vor der eigentlichen Erntereife umstürzen oder absterben.
So hat der Borkenkäfer die Fichtenbestände im Westerwald arg geschädigt. Viele Bäume mussten dadurch abgesägt werden.

Wann ein Baum reif ist oder abgesägt werden muss, entscheidet der Förster. Der Förster arbeitet in einem Forstamt. Das Forstamt ist für die Waldbewirtschaftung einer Region zuständig und betreut den Wald von der Anpflanzung der jungen Bäume bis zur Ernte. Dabei werden die Förster von Waldarbeitern unterstützt.

Wird ein Baum geerntet, wird dieser entweder von Forstarbeitern mit einer Motorsäge oder von großen Forstmaschinen, die man Harvester nennt, abgesägt und entastet. Die Äste bleiben auf dem Waldboden liegen, verrotten und werden nach einiger Zeit zu Erde.
Die Baumstämme werden anschließend mit Rückemaschinen oder mit Rückepferden an den Wegerändern in großen Holzstapeln abgelegt.
Rückepferde kommen dann zum Einsatz, wenn der Boden des Waldes nicht mit Maschinen befahren werden kann.

Wenn das Holz verkauft ist, werden die Baumstämme von einem Langholztransporter abgeholt und in ein Sägewerk gefahren oder das Holz wird für das Heizen im Kaminofen verwendet, damit man es im Winter warm hat.
Im Sägewerk angekommen, werden die Baumstämme mit Spezialmaschinen zu Holzbauteilen verarbeitet. Dies können beispielsweise Bretter oder Balken sein. Oder Holzblöcke, aus denen später Holzspielzeug oder andere Holzteile hergestellt wird.

Die abgeholzte Waldfläche wird anschließend von Forstarbeitern wieder mit jungen Bäumen bepflanzt.